Was ist das periodische Fasten?

Mehrere Tausende Jahre vor der Entstehung der modernen Zivilisation waren Menschen einer ständigen Notsituation ausgesetzt. Die Nahrungsquellen waren knapp und die nährstoffreiche Lebensmittel selten zu finden. In diesen Zeiten der Jäger und Sammler, war das Überleben der Menschen abhängig von der Fähigkeit die Hunger-Phasen möglichst unbeschadet zu überleben. Die biologischen Prozesse dahinter waren schon lange in der Natur etabliert, da jedes natürliche Lebewesen, von einzelligen Beckerhefen bis zu komplexen Organismen wie Säugetieren, mit einer ähnlichen Situation konfrontiert war. Diese basieren auf der Wiederverwertung der nicht mehr benötigten Moleküle für die Energieherstellung - eine Art des biologischen Recyclings, sogenannte "Autophagie". Auch die Menschen haben es diesen Überlebensmechanismen zu danken, dass wir uns als eine dominante Art etablieren konnten und viele Tausende Jahre nach der Entstehung unserer Spezies eine wichtige Rolle in der Natur spielen. 

Die Zellen von Organismen, die einen Nahrungsmangel spüren, beginnen alles zu verdauen um Energie zu gewinnen. Es bildet sich in der Zelle eine Art Müllsack um herumliegenden Zellschrott. Dieser veschmelzt dann mit dem Magen der Zelle und der Zellschrott wird abgebaut, um der Zelle wieder als Energie zur Verfügung gestellt zu werden. Dadurch werden schädliche Zellbestanddteile, die im Alter akkumulieren, abgebaut und in Grenzen gehalten.
Das gilt vor Allem für geschädigte, verklumpte oder oxidierte Proteine und geschädigte Zellorganellen, die Sauerstoffradikale produzieren und somit die DNA der Zellen schädigen und es gilt sogar für Fette.
Dies ist durchaus als die molekulare Entsprechung der Seelenreinigung, der Katharsis zu sehen, von der Fastende oft berichten. Die Auslösung der Autophagie in Tierexperimenten bewirkt sowohl Schutz gegen Neurodegeneration und Krebs als auch Lebenssverlängerung.

Jedes Ernährungsregime, das aus den wiederholenden und regelmäßigen Fasten- und Ess-Perioden besteht, wird als periodisches Fasten bezeichnet. Das periodische Fasten treibt den menschlichen Körper in eine evolutionär bekannte Hunger-Situation. Der Körper wird dazu gebracht, Autophagie zu betreiben und unnötige und überflüssige Moleküle (z.B. defekte Zellteile) abzubauen und in Energie umzusetzen. Die Aktivierung von Autophagie zeigte sich effizient in der Vorbeugung verschiedener altersbedingten Erkrankungen (z.B. Neurodegeneration und Krebs). Eine Ernährungsweise, wie z.B. die kalorische Restriktion oder das periodische Fasten, die die Autophagie aktivieren kann, könnte eine Möglichkeit anbieten, den Alterungsprozessen in Menschen entgegen wirken zu können. In dieser Studie versuchen wir diese Hypothese an Menschen zu beweisen.  

Warum wollen wir speziell die Einflüsse des Fastens in Menschen untersuchen? 

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Einzig die sogenannte kalorische Restriktion, d.h. die Verminderung der Nährstoffzunahme, hat sich tatsächlich als wirkungsvoll erwiesen, um die Lebensspanne zu verlängern oder typische altersassoziierte Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf Erkrankungen, Neurodegeneration und Krebs in Schach zu halten. Kalorische Restriktion ist somit bisher die einzige Behandlung, welche das Leben von Zellen sowie von verschieden komplexen Organismen wie etwa Würmern und Fliegen bis hin zu Mäusen (und vermutlich Menschen) verlängern kann.

Eine direkte Anwendung dieser Erkenntnisse zur gesunden Lebensverlängerung bei Menschen setzt allerdings eine hochdisziplinierte und kontinuierliche Ernährungsüberwachung voraus, die aus soziokulturellen Gründen schwer praktikabel erscheint. Des Weiteren birgt die kontinuierliche Kalorienrestriktion die Gefahr der Mangelernährung, da sich der Mensch unter Umständen Nahrungsmittel versagt, die der Körper akut benötigen könnte, um z.B. in Zeiten latenter Infektion, sein Immunsystem aufzubauen. Schließlich erscheint das Konzept der permanenten Kalorienrestriktion ein wenig freudlos.    

Eine der menschlichen Psyche zugänglichere und vielleicht einfacher durchführbarere Methode stellt hingegen das sogenannte "Alternate-day-fasting" oder "Periodisches Fasten" dar. Dabei wird abwechselnd je ein Tag gefastet und ein Tag ohne Einschränkung gegessen. Tatsächlich leben Nagetiere, die einen Tag unbegrenzt über Nahrung verfügen und jeden zweiten Tag fasten müssen, etwa so lange wie kalorisch restringierte Tiere. Allerdings unterliegen diese periodisch gefasteten Individuen nicht einer Limitierung ihrer Kalorienaufnahme, denn sie fressen jeden zweiten Tag ungehindert viel und nehmen somit de facto nicht ab. Ergo könnte die Zeit, die zwischen den Mahlzeiten verstreicht, für ein gesundes Leben wichtiger sein als die Netto-Kalorienaufnahme. 



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